Bei einem meiner letzten Projekte lag mir ein bestehenden Farbschema vor und mir kamen die Fragen auf: Passen die Farben zu dem Unternehmen? Gibt es wirklich falsche Farben für ein Unternehmen? Wie kann ich das Farbschema verbessern? Ich habe mich daraufhin mit der Thematik genauer beschäftigt und kam zu folgender allgemeinen Aussage:

Die Wahl der richtigen Farbe für eine Markenidentität ein wichtiger Punkt. Das Erscheinungsbild einer Marke ist wesentlich für das Gesamtbild. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass unser Gehirn visuelle Reize schneller wahrnimmt als Text. Das Design und das Farbschema eines Logos, einer Website oder einer Visitenkarte sorgt für den ersten Eindruck und vermittelt unterbewusst die Identität des Unternehmens. Die Farbe verleiht der Marke Persönlichkeit, eine Geschichte und Werte.

social media logos

Man muss auch nicht lang suchen, um zu sehen, dass große und erfolgreiche Unternehmen Ihre Farben nicht zufällig nehmen. Betrachtet man soziale Medien, so sieht man, dass ein Großteil Blau als die Hauptfarbe verwendet.

Es könnte sein, dass die Farbe Blau zufällig die Lieblingsfarbe von sowohl Mark Zuckerberg als auch Jack Dorsey und Jeff Weiner ist. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Aspekte aus der Farbtheorie mit Aspekten des Marketings kombiniert wurden und für eine erfolgreiche Markenidentität gesorgt haben.

Welche Schritte man bei der Überlegung der passenden Farbe ausführen kann, erfahrt ihr jetzt:

1 Die Grundlage vor der Farbwahl

Bevor du die Farbewahl überhaupt beginnst, müssen zwei wichtige Punkte geklärt sein:

  1. Was soll das Unternehmen verkörpern
  2. Was ist die Zielgruppe des Unternehmens

Was soll das Unternehmen verkörpern? Eine erste, schnelle und einfache Überlegung dabei ist sich das Unternehmen als Person vorzustellen. Wer ist diese Person? Welche Werte besitzt diese Person? Was möchte die Person erreichen? Was ist der Person wichtig? Entscheide zwischen Dingen wie Verspieltheit oder Seriösität, Altmoisch oder Modern.

Was ist die Zielgruppe des Unternehmens? Dieser Punkt hängt eng mit dem ersten Punkt zusammen, gibt jedoch weitere Schlüsse auf die richtige Farbe. Handelt es sich eher um eine junge Zielgruppe oder um eine ältere Zielgruppe? Ist die Zielgruppe eher männlich oder weiblich. Zum Beispiel unterscheided sich die Präferenz von Farben zwischen Männern und Frauen generell ein wenig. Blau ist dabei eine Farbe die bei beiden Geschlechtern immer sehr gut ankommt. Bei diesem Punkt empfiehlt sich das Erstellen von Personas.

2 Farben, Werte und Emotionen

Ihr wollt nur eine Farbe, die euer ganzes Unternehmen verkörpert oder sucht nach der Hauptfarbe für ein größeres Farbschema? Farben werden von fast allen Menschen mit bestimmten Emotionen und Weten verbunden. Hier eine verkürzte Übersicht was durch gewisse Farben unterbewusst wahrgenommen wird.

  • Blau: Professionalität, Sicherheit, Vertrauen
  • Rot: Leidenschaft, Wichtigkeit, Energie
  • Grün: Stabilität, Wachstum, Innovation
  • Gelb: Glücklichkeit, Optimismus, Warnung
  • Orange: Verspieltheit, Freundlichkeit, Vitalität
  • Lila: Royalität, Kreativität, Luxus
  • Pink: Feminismus, Jugend, Unschuld
  • Braun: Robustheit, Erdig, Altmodisch
  • Weiß: Sauber, Tugendhaft, Gesund
  • Grau: Neutralität, Düster, Gedämpft
  • Schwarz: Mächtig, Kultiviert, Kantig

Jede Farbe steht noch für weitere positive und negative Aspekte.

3 Farb Systeme

farbrad

Es gibt vier Farbsysteme die oft zum Erstellen eines Farbschemas genutzt werden. Diese werden am besten bildlich erklärt.

Monochomatisch: Hierbei nimmt mein eine Farbe und verwendet verschiedene Abstufungen dieser Farbe.

Komplementär: Im der Farbtheorie wird beschrieben, dass zwei gegenüberliegende Farben des Farbrads harmonisch wirken. Dieses Prinzip nutzt das komplementäre Farbsystem.

Analog: Dieses System nutzt Farben die in dem Farbrad benachbart sind.

Triadisch: Dieses System nutzt eine Farbe und die beiden Nachbarfarben ihrer Komplementärfarbe.

4 Farbschema erstellen

Natürlich gibt es kein festes System wie man nun das entgültige Farbschema erstellt. Jedoch gibt es ein paar Methoden, an die man sich als Designer richten kann. Eine recht grundlegende und einfache Methode beschreibe ich im Folgenden:

  1. Die Werte und die Zielgruppe sind genügend festgelegt. Welche Werte sind für den Kunden oder euch am wichtigsten? Im ersten Schritt wählt ihr als Designer die Hauptfarbe, welche im Folgenden Grundlage für die weiteren Farben wird.
  2. Die Farbe die ihr am zweithäufigsten für Eure Marke verwendet, ist die Akzentfarbe. Bei der Akzentfarbe werden nicht nur die Werte und Zielgruppe berücksichtigt, sonder man verwendet nun auch eines der bereits erklärten Farbsysteme, damit die Akzentfarbe sowohl weitere Werte verkörpert, asl auch mit der Hauptfarbe harmoniert.
  3. Im letzten Schritt wählt ihr nun nurnoch eine neutrale Farbe. Dies ist meistens die Hintergrundfarbe. Man wählt hier also einen Weiß-, Grau- oder eventuell sogar einen Begeton. Auch schwarz ist hier eine Option. Als Designer solltet Ihr am besten bei der Wahl der Hauptfarbe auch beachten, dass diese sowohl für helle als auch dunkle Hintergründe funktioniert, um bei der Wahl der Neutralfarbe keine Probleme zu haben.

5 Tools zur Farbwahl

Es gibt natürlich Programme, die einem das Erstellen eines Farbschemas deutlich vereinfachen. Als Designer benutze ich am häufigsten die beiden browserbasierten Programme: Adobe Color und coolor.co. Ich kann diese beiden Programme nur sehr empfehlen und rate Euch diese auszuprobieren. Das Userinterface der beiden Programme ist sehr selbsterklärend und man hat auch viele Möglichkeiten, wie das suchen nach bisher erstellten Farbpaletten von anderen Benutzern.

Es gibt also ein paar Tipps, die man als Designer beachten sollte, beim Erstellen eines Farbschemas für die Markenidentität. Jedoch sollte man dabei auch sein eigenes Bauchgefühl nie vernachlässigen. Beachte diese 5 kurzen Tipps und du wirst mit Sicherheit ein gutes Farbschema für dein Unternehmen oder deinen Kunden erstellen können.

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